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  • Was liest du gerade?

    Mieten wir uns zu Tode?

    05-09-2026 | 45 Min.
    Wohnen ist zur Schicksalsfrage geworden und zu einer der größten
    gesellschaftlichen Krisen, sagen Rolf Heinze und Sebastian Kurtenbach,
    zwei renommierte Forscher in Sachen Stadtentwicklung, Wohnungswesen und
    Immobilienwirtschaft. In dieser Folge diskutieren Maja Beckers und
    Alexander Cammann über ihr Buch Die Wohnkrise. Wie sie Demokratie und
    Zusammenhalt bedroht. Es geht um die wahren Ursachen der Wohnungskrise,
    ihre vielfältigen Folgen und was die beiden Wissenschaftler zu ihrer
    Lösung vorschlagen.

    Außerdem sprechen die beiden über eines der meistdiskutierten Sachbücher
    in diesem frühen Herbst: den Bestseller Deutschland 2033. Ein Szenario.
    Der Journalist Justus Bender entwirft hier eine fiktive Zukunft, 2033,
    in der die AfD in Deutschland an die Macht kommt. Wie krempelt sie das
    Land um und was würde eine Kanzlerin Weidel bedeuten für Klima, Kultur
    und Pressefreiheit? Ein Buch für alle, die sich fragen, ob man die AfD
    mal machen lassen sollte, um sich selbst zu entzaubern. Spoiler: Nein.

    Der Klassiker ist diesmal eine Premiere. Es ist nämlich zum ersten Mal
    ein religiöser Text: Franz von Assisis Sonnengesang. Mit welchen
    kirchlichen Konventionen brach dieser Text und warum ist er bis heute so
    beliebt – in Form des absoluten Kirchenhits Laudato si oder
    Pop-Referenzen von Donovan bis Mickie Krause.

    Zum Schluss geben unsere Hosts wieder eine persönliche Empfehlung mit.
    Maja Beckers empfiehlt allen, die diesen Sommer oder irgendwann einmal
    durch Ruinen gelaufen sind, dieses Buch des Althistorikers Martin
    Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von Troja bis
    Pompeji. Es erzählt davon, wie man früher in diesen Ruinen lebte, als
    sie schon Ruinen waren, aber es noch keine neuzeitlichen Bestrebungen
    gab, sie zu erhalten und zu besichtigen.
    Alexander Cammann empfiehlt das neue Buch der Tausendsasserin Judith
    Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist. Es
    versammelt drei überraschende Essays über das Leben und seine
    Materialien.

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturangaben:

    - Rolf G. Heinze / Sebastian Kurtenbach: Die Wohnkrise. Wie sie
    Demokratie und Zusammenhalt bedroht, Kiepenheuer & Witsch, 272
    Seiten, 24 Euro
    - Justus Bender: Deutschland 2033. Ein Szenario, CH Beck, 284 Seiten,
    20 Euro
    - Franz von Assisi: Sonnengesang, u.a. in: Franziskus von Assisi:
    Sämtliche Schriften, Reclam, 379 Seiten, 9,80 Euro
    - Martin Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von
    Troja bis Pompeji, CH Beck, 544 Seiten, 39,90 Euro
    - Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt
    gemacht ist, Suhrkamp, 176 Seiten, 24 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Valeria Gordeev erzählt vom Wahnsinn in Russland

    22-08-2026 | 54 Min.
    Die neue Büchersaison verspricht ein fulminantes Comeback des großen
    politischen Epochenromans in der deutschen Literatur. Wir sind
    begeistert von Valeria Gordeev und ihrem aufsehenerregenden ersten Roman
    Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, der zwischen Moskau,
    Kyjiw und Berlin ein atemberaubend komisches Gegenwartspanorama
    entfaltet. Im Mittelpunkt stehen zwei Geschwister und ein
    geheimnisvoller russischer Oligarch, der seine teuflischen Intrigen
    spinnt. Lenins Leiche spielt dabei eine herausragende Rolle, die
    Forschungen zur endgültigen Abschaffung des Todes, aber auch Putin, der
    durch einen zwölfjährigen Varietékünstler ersetzt wird. Virtuos setzt
    die Autorin die russische Literaturgeschichte des Absurden auf ihre
    besondere Weise fort und parodiert dabei mit schwarzem Humor den
    transhumanistischen Machbarkeitswahn unserer Gegenwart.

    Außerdem sprechen wir über den neuen Roman von Shida Bazyar Die Lücken.
    Der Romanheld ist ein fiktives Dorf im Hunsrück – Heimesbach. Die
    Autorin lässt ihre migrantische Erzählerin tief in die Köpfe der noch
    lebenden und schon verstorbenen Heimesbacher Bürgerinnen und Bürger
    hineinsehen. So ergibt sich ebenfalls ein großes Zeitpanorama, das fast
    hundert Jahre deutscher Geschichte umfasst und fragt: Was haben sich die
    Heimesbacher dabei gedacht, als sie ihre jüdischen Mitbürger verfolgten,
    Steine in ihre Häuser warfen und sie aus Heimesbach vertrieben? Und wie
    gehen Migranten in Deutschland heute mit dieser viel zu lange
    verdrängten Vergangenheit ihrer neuen Heimat um?

    Unser Klassiker ist die Erzählung Ein schlichtes Herz von Gustave
    Flaubert, deren unsentimentale Zärtlichkeit für die ungebildete, arme
    Dienstmagd Félicité noch immer ergreifend ist.

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturangaben:

    Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, S.
    Fischer Verlag, 640 Seiten, 26,- Euro, erscheint am 26. August

    Shida Bazyar: Die Lücken, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 512 Seiten, 25,-
    Euro, erscheint am 3. September

    Gustave Flaubert: Ein schlichtes Herz, in: Drei Erzählungen, übersetzt
    von Elisabeth Edl, Hanser Verlag, 320 Seiten, 28,- Euro

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  • Was liest du gerade?

    Gesellschaft der Klimaanlagen

    08-08-2026 | 48 Min.
    Kühlschränke und Klimaanlagen haben das moderne Leben geformt: Wie wir
    wohnen, wie wir arbeiten, was wir essen und welche Krankheiten wir
    heilen können. Heute hängt die Moderne am Tropf der künstlichen Kälte
    und das hochaktuelle Sachbuch »Kühle neue Welt« von Jan Eike Dunkhase
    geht der Frage nach, wie es dazu kam und was das für die Zukunft
    bedeutet. Befinden wir uns in einem Teufelskreis der Frische? fragen
    sich Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge.

    Außerdem sprechen sie über Sarah Diehls zauberhafte Beschreibungen der
    Unterwasserwelt in ihrem Buch »Ins tiefe Blau«. Was lernt man beim
    Tauchen über das Leben? Wie zieht man sein Bein aus dem Maul eines Hais?
    Und warum sind die Vorfahren der Wale eigentlich vom Land zurück ins
    Wasser gegangen? Diehl verwebt so geschickt Naturwissenschaft und
    Kulturgeschichte mit ihren Erlebnisberichten, dass man gar nicht merkt,
    wie viel man lernt und sofort lostauchen möchte.

    Oder braucht man eigentlich etwas ganz anderes zum Denken, nämlich die
    Großstadt? So in der Art behauptet es der Klassiker, den die beiden in
    dieser Folge besprechen: »Die Großstädte und das Geistesleben«. Der
    Berliner Philosoph Georg Simmel schrieb den legendären Aufsatz im Jahr
    1903 und legte damit den Grundstein für die moderne Stadtsoziologie. Was
    macht den Großstädter aus? Warum ist er eigentlich so blasiert? Nervt er
    oder nervt die Stadt ihn? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen
    darüber, wie aktuell die Thesen heute sind und warum es einer von ihnen
    in Berlin so gut und der andere so gar nicht aushält.

    Zum Schluss geben die beiden noch ihren persönlichen Geheimtipp.
    Alexander Cammann empfiehlt das Büchlein »Der Bleistift« von Hanns
    Zischler und Maja Beckers empfiehlt »Köln«, ein Stadtporträt aus vielen
    Texten des Kölner Schriftstellers Navid Kermani.

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
    Literaturangaben:

    Jan Eike Dunkhase: Kühle neue Welt. Wie Kühlschrank, Klimaanlage und
    künstliche Kälte unser Leben und das Klima verändern, Reclam, 288
    Seiten, 26 Euro
    Sarah Diehl: Ins tiefe Blau. Was ich unter Wasser lernte. Gutkind, 288
    Seiten, 25 Euro
    Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, Suhrkamp, 37 Seiten,
    11 Euro
    Navid Kermani: Köln. E Jeföhl, C.H. Beck, 175 Seiten, 23 Euro
    Hanns Zischler: Der Bleistift, Residenz, 64 Seiten, 15 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Heinz Strunk und die Ehekrise

    25-07-2026 | 42 Min.
    Eine Beziehung am Ende ihrer Laufzeit und eine gemeinsame Reise nach
    Heidelberg. Auf den ersten Blick: keine gute Kombination. Der
    Schriftsteller, Musiker, Moderator und Songwriter Heinz Strunk
    porträtiert in seinem neuen Roman Memories of Heidelberg ein Paar
    mittleren Alters mit großem Sinn für die Komik und Tragik des Lebens.
    Wieso gehen Bertram und Isolde jeden Abend in dasselbe Restaurantschiff
    auf dem Neckar? Warum werden sie dort so mies behandelt? Schweißt sie
    der Schrecken, den sie dort erleben, wieder zusammen? In jedem Fall: ein
    herrlicher, burlesker Sommerroman.

    Michael Köhlmeier erzählt zum ersten Mal ausführlich über seine Kindheit
    und Jugend. Sein großer Roman Mein privates Glück, der im August
    erscheinen wird, handelt vom Aufwachsen in Coburg. Der kleine Junge lebt
    hier mit seiner Schwester bei der Großmutter, da seine Mutter schwer
    erkrankt war. Köhlmeier gelingt es meisterhaft, seine individuelle
    Geschichte mit der trauma- und schuldbehafteten Nachkriegszeit zu
    verbinden.

    In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit der kleinen, aber sehr
    spannungsreichen Erzählung Das dicke Kind von Marie Luise Kaschnitz.
    Auch hier wird persönliche Erfahrung in Literatur verwandelt.

    Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
    zwei neue Romane, die nicht in den großen Metropolen Deutschlands
    spielen – sondern in Heidelberg und Coburg. 

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturangaben:

    - Heinz Strunk: Memories of Heidelberg. Roman. Rowohlt Verlag,
    Hamburg 2026. 176 Seiten, 23,00 EUR
    - Michael Köhlmeier: Mein privates Glück. Roman. Hanser Verlag,
    München 2026. 320 Seiten, 26,80 EUR. Erscheint am 18.08.2026
    - Marie Luise Kaschnitz: Das dicke Kind und andere Erzählungen.
    Suhrkamp Verlag, Berlin 2002. 250 Seiten, 11,40 EUR.

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  • Was liest du gerade?

    Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus?

    11-07-2026 | 1 u. 5 Min.
    Er ist der umstrittenste Komponist überhaupt – Richard Wagner, glühend
    verehrt und heftig verabscheut. Und er hat eine braune Weste, obwohl die
    Nazis erst 50 Jahre nach seinem Tod an die Macht kamen: Hitlers
    Lieblingskomponist war er, und der »Führer« förderte die Bayreuther
    Festspiele kräftig. Die feiern in diesem Sommer ihren 150. Geburtstag
    mit Prominenz und Fans – und in der neuen Sachbuchfolge von »Was liest
    du gerade?« diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann das kritische
    Buch des Musikwissenschaftlers Anno Mungen über den Wagner-Kult in
    Deutschland 1933 bis 1945. Wie hat das NS-Regime Wagners Opern genutzt –
    und kann man ihn heute mit diesem Wissen noch unbefangen hören?

    Sommerzeit ist Reisezeit: Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist die
    große Reisende unter den heutigen Erzählern. In dem schmalen Band
    »Reisen« erklärt sie, wie sie seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs
    ist, obwohl sie eigentlich immer eine Stubenhockerin war. Wir erfahren,
    wie sie die Welt auf einem Containerschiff umrundet hat und warum die
    Erfahrungen beim Reisen wichtiger sind als das, was man dabei lernt. Ein
    Buch für unterwegs, mit dem man aber auch perfekt zu Hause bleiben kann.

    Dort befindet sich wahrscheinlich auch der perfekte Ort zum Lesen oder
    Podcasthören, um den diesmal unser Klassiker kreist: die Couchecke. Über
    dieses besondere Interiorstück, seine Entstehung und gesellschaftliche
    Bedeutung hat der Kunsthistoriker Martin Warnke 1979 einen klugen und
    amüsanten Essay geschrieben. Maja Beckers und Alexander Cammann fragen
    sich, ob man heute immer noch eine Couchecke in seinem Wohnzimmer haben
    muss.

    Als Geheimtipp haben sie diesmal ein Buch über Palmen und die deutsche
    Künstlerkolonie Olevano bei Rom mitgebracht.

    Kommen Sie gut durch den Sommer – natürlich mit guten Sachbüchern!

     

    Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturhinweise:

    - Anno Mungen: »Von Bayreuth nach Auschwitz«, Westend, 381 Seiten, 32
    Euro
    - Felicitas Hoppe: »Reisen«, Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 Euro
    - Martin Warnke: »Zur Situation der Couchecke«, in: »Warburgs
    Schnecke«. Kulturwissenschaftliche Skizzen, Wallstein, S. 96–106
    - Jutta Person: »Palmen«, Matthes & Seitz, 152 Seiten, 22 Euro
    - Golo Maurer: »Olevano. Als ein paar romantische Aussteiger in
    Italien die deutsche Kunst erfanden«, C. H. Beck, 384 Seiten, 29,90
    Euro

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Over Was liest du gerade?
Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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