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Nur eine Frage

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Nur eine Frage
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  • Nur eine Frage

    Ist Erben gerecht, Miriam Rehm?

    04-11-2026 | 1 u. 5 Min.
    Die Ökonomin hat eine klare Antwort und erklärt, in welche Richtung eine Reform des Erbschaftsteuerrechts gehen sollte.  

    Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.
      
    Über das Erben streiten die Deutschen seit Jahrhunderten, und die Steuer auf Erbschaften empört viele Menschen. Neue Daten zeigen, wie groß die Unterschiede beim Erben tatsächlich sind und dass die Kluft zwischen den wenigen, die sehr viel erben, und den vielen, die wenig erben, in Deutschland sehr groß ist. In der neuen Folge von Nur eine Frage wollen wir von Miriam Rehm wissen: Ist Erben gerecht? 

    Miriam Rehm ist Professorin für Sozioökonomie an der Uni Duisburg-Essen und eine der profiliertesten Ungleichheitsforscherinnen im deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet an einem Ort, der zu ihrer Forschungsfrage ganz gut passt: Ihr Büro ist in Duisburg, der Großstadt mit besonders großem Armutsrisiko in Deutschland. Miriam Rehm ist Österreicherin, hat an der New School in New York promoviert und jahrelang für die Wiener Arbeiterkammer gearbeitet. Heute berät sie neben ihren Forschungs- und Lehrtätigkeiten als Mitglied des österreichischen Fiskalrats die Politik. Sie kennt beide Seiten der Erbschaftsdebatte: die Gefühle, die mit Erben verbunden sind, und die Daten. Und sie kann erklären, warum Erben sich so richtig anfühlt und trotzdem so ungleich wirkt. Ihr berühmtester Befund passt in einen Satz: Erbschaften werden in Deutschland effektiv mit drei Prozent besteuert, Arbeit zehnmal so hoch. 

    Rehms Antwort auf die Frage, ob Erben gerecht ist, fällt klar aus: Nein. Jedenfalls nicht, so wie es derzeit organisiert ist. Im Podcast erklärt sie ausführlich, worin das Gerechtigkeitsproblem beim Erben besteht, welche Rolle die hohe Vermögensungleichheit in Deutschland spielt und wie das aktuelle Steuersystem Ungleichheiten zementiert. 

    Sie ordnet die Debatte in vier Gerechtigkeitsperspektiven ein: Leistungs-, Chancen-, Bedarfs- und Anrechtsgerechtigkeit. Sie erklärt, warum sie die steuerliche Bevorzugung von Unternehmensvermögen kritisch sieht, dass bestimmte Regelungen des Erbschaftsteuerrechts wiederholt als verfassungswidrig beanstandet wurden und wie sie die politische Untätigkeit bewertet: »Wenn ich Politikerin wäre, wäre es mir fürchterlich unangenehm, wenn ich beim Nachbessern des Gesetzes wiederholt so eine wirtschaftliche und juristische Inkompetenz an den Tag lege, dass ich nicht in der Lage bin, ein Gesetz zu schreiben, das unterschiedliche Vermögensarten grundgesetzkonform gleichbehandelt.« 

    Rehm erläutert, welche konkreten Reformen sie für das Erbschaftsteuerrecht vorschlägt, und geht auch auf die geschlechtsspezifische Dimension ein: Männer erben größere Summen und häufiger Betriebsvermögen – und zahlen darauf weniger Steuern. 

    Moderation: Jochen Wegner
    Redaktion: Sophie Hübner, Jens Lubbadeh, Tobias Oellig
    Videoproduktion: Lucie Liu, Iona Young, Nele Vogel
    Visuelle Produktion: Michael Pfister 
    Kamera, Schnitt & Ton: ifbbw
    Visual Director: Malin Schulz
    Photo Director: Tina Ahrens
    Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte 
    Animation: Axel Rudolph
    Musik: Konrad Peschmann 
    Logo: Lea Dohle

     

    Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier. Abonnieren Sie auch unseren »N1F«-Newsletter. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.
  • Nur eine Frage

    Darf Medizin alles, was sie kann, Alena Buyx?

    21-10-2026 | 54 Min.
    In einer Liveaufnahme beim »Big Bang KI Festival« spricht die Medizinethikerin über KI in der Medizin, Longevity und Sterbehilfe. 

     

    Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.  

    Alena Michaela Buyx ist Ärztin und Philosophin und eine der bekanntesten Stimmen der deutschen Medizinethik. Sie ist Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der TU München. Von 2020 bis 2024 war Alena Buyx Vorsitzende des Deutschen Ethikrats – und damit eine der prominentesten wissenschaftlichen Stimmen während der Coronapandemie. Im März 2025 erschien ihr Buch Leben und Sterben, in dem sie sich den existenziellen medizinischen und ethischen Fragen widmet, die jeden Menschen im Laufe seines Lebens betreffen. 

    Für die neue Folge von »Nur eine Frage« wollten wir von ihr wissen: Darf Medizin alles, was sie kann?  

    Erstmals in der Geschichte des Videopodcasts fand die Aufnahme live vor Publikum statt: auf dem Big Bang KI Festival in Berlin 2026.  

    Im Gespräch mit Jochen Wegner erklärt Alena Buyx, warum uns der medizinische Fortschritt vor große ethische Fragen stellt, vor deren Beantwortung wir uns nicht scheuen sollten. Für sie ist klar: Nein, Medizin darf nicht alles, was sie kann. Aber dahinter stecke die essenzielle Frage: Was ist verantwortliches Handeln? 

    Am Beispiel von Hirnimplantaten zeigt sie, dass dieselbe Technologie, die gelähmten Menschen helfen könnte, eine Prothese mit ihren Gedanken zu steuern, theoretisch auch missbraucht werden könnte, um Menschen gegen ihren Willen zu beeinflussen. Gleichzeitig geht sie darauf ein, wie KI schon jetzt die Medizinforschung revolutioniert und dass ihre Arbeit als Medizinethikerin darin bestehe, »herauszufinden, welche von diesen tollen Möglichkeiten wir nutzen wollen und warum«. 

    Sie spricht über Demis Hassabis’ KI-System AlphaFold, darüber, ob es jemals eine »Superpille« für ein verlängertes Leben geben wird – und ob wir sie überhaupt benötigen – und über Sterbehilfe. Sie erzählt von ihrem OpenClaw-KI-Agenten zu Longevity, erklärt, warum wir im Gesundheitswesen eigentlich »massiv umsteuern« müssten – weg von der reinen Reparaturmedizin, hin zu mehr Prävention – und wo die Potenziale für gesunde Langlebigkeit liegen. »Kein Mensch will die Art von Langlebigkeit, die wir im Moment haben: lange leben und davon 20 Jahre krank sein. Was wir lieber hätten, wäre: Wir leben bis 90 und sind 89,5 Jahre gesund.« 

     

    Moderation: Jochen Wegner 
    Redaktion: Sophie Hübner, Jens Lubbadeh, Tobias Oellig 
    Videoproduktion: Lucie Liu, Iona Young, Nele Vogel 
    Visuelle Produktion: Michael Pfister 
    Kamera, Schnitt & Ton: ifbbw 
    Visual Director: Malin Schulz 
    Photo Director: Tina Ahrens 
    Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte 
    Animation: Axel Rudolph 
    Musik: Konrad Peschmann 
    Logo: Lea Dohle
  • Nur eine Frage

    Sind wir frei, Rahel Jaeggi?

    07-10-2026 | 1 u. 35 Min.
    Freiheit ist nicht nur eine individuelle, sondern eine soziale Frage, sagt Rahel Jaeggi. Die Philosophin über Machtlosigkeit und Entfremdung – und was gegen sie hilft.  

     

    Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.  

    Früher war Freiheit einfach: Wer tat, was er wollte, galt als frei. Heute können wir reisen, wählen, kaufen und posten wie nie zuvor. Waren Menschen jemals freier als heute? Was bedeutet Freiheit? Und gab es jemals einen Zustand, in dem Menschen wirklich frei waren?   

    Wir fragen in dieser Folge von »Nur eine Frage« die Philosophin Rahel Jaeggi: Sind wir frei?  

    Rahel Jaeggi ist eine der einflussreichsten Sozialphilosophinnen der Gegenwart. Sie lehrt praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen der zeitgenössischen Kritischen Theorie. Jaeggi hat unter anderem an der Yale University, der New School in New York und der Fudan University in Shanghai gelehrt. Sie forscht zu Freiheit, Entfremdung und der Frage, wie gesellschaftliche Verhältnisse unser Leben prägen. Für ihr Buch Fortschritt und Regression erhielt sie den Philosophischen Buchpreis.   

    Ihre Antwort auf die Frage lautet: Ja – vielleicht ein bisschen. Es komme darauf an, was man unter Freiheit verstehe. Im Podcast erklärt sie zunächst, warum die Frage komplexer ist, als sie klingt, und differenziert zwischen einem negativen und einem positiven Freiheitsbegriff. 

    Ein zentraler Begriff von Jaeggi ist jener der Entfremdung. Im Podcast zeichnet sie die Geschichte des Begriffs von Rousseau über Hegel bis Marx nach und grenzt sich dabei von der Vorstellung ab, es gebe ein »wahres Selbst«, zu dem man nur zurückkehren müsse. Nach Jaeggi entstehe Freiheit dort, wo wir uns die Normen und Institutionen, unter denen wir leben, zu eigen machen könnten, wo wir sie als unsere begreifen und an ihrer Gestaltung teilhaben können. 

    Sie zeigt am Beispiel von Bewegungen wie Brexit oder Maga, wie reale Entfremdungserfahrungen in regressive Reaktionen münden können. Der Wunsch, Kontrolle zurückzugewinnen, sei zunächst verständlich, problematisch werde es jedoch, wenn daraus die Vorstellung entstehe, man müsse nur zu einer vermeintlich verlorenen Einheit zurückkehren. Jaeggi führt aus, dass Freiheit nicht dadurch entstehe, dass »die Anderen« verschwinden, sondern dadurch, dass Menschen gemeinsam gestalten können, wie sie leben wollen. 

    Die Freiheit im Kapitalismus sei doppeldeutig. Menschen könnten zwar ihre Arbeit wählen und ihren eigenen Weg gehen, aber diese Freiheit hänge von Voraussetzungen ab, die sehr ungleich verteilt seien, sagt Jaeggi. Die Frage, ob wir unsere Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse demokratischer organisieren können, sei deshalb eine zentrale Frage von Freiheit.  

    Jaeggi spricht über Aneignung, Veränderbarkeit sozialer Normen und Institutionen sowie über größere und kleinere Möglichkeiten, Freiheit zu gestalten. Es geht um die Frage, ob Freiheit bedeutet, frei von allen Zwängen zu sein, oder darum, die eigenen Lebensformen als veränderbar erfahren zu können.  

      

    Moderation: Jochen Wegner  
    Redaktion: Sophie Hübner, Jens Lubbadeh, Tobias Oellig  
    Videoproduktion: Nele Vogel 
    Visuelle Produktion: Michael Pfister  
    Kamera, Schnitt & Ton: ifbbw  
    Visual Director: Malin Schulz  
    Photo Director: Tina Ahrens  
    Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte  
    Animation: Axel Rudolph  
    Musik: Konrad Peschmann  
    Logo: Lea Dohle
  • Nur eine Frage

    Wird die Welt konservativer, Steffen Mau?

    15-09-2026 | 1 u. 24 Min.
    Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. 

     

    Steffen Mau ist Soziologe, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und seit Oktober 2025 Direktor der Abteilung Ungleichheit, Transformation und Konflikt am Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis, die höchstdotierte Forschungsauszeichnung Deutschlands. Kaum jemand hat die Frage, wie sich unsere Werte und Konflikte verändern, so gründlich vermessen wie er. Einer seiner Bestseller, »Triggerpunkte« (2023), wertet repräsentative Befragungen aus 30 Jahren aus, mit dem überraschenden Ergebnis: Das Bild der Polarisierung ist falsch und die vermeintlich gespaltene Gesellschaft nur ein Mythos. Er berät die Bundesregierung, und der von ihm mitgeprägte Begriff »Veränderungserschöpfung« ist in den Sprachgebrauch der Politik und in Regierungsklausuren übergegangen. In seinem Buch »Sortiermaschinen« (2021) beschreibt er, wie sich die Welt abschottet und sich eine Veränderung manifestiert hat. Aktuell forscht er erneut an dem Thema.  

     

    Im Gespräch mit Jochen Wegner in der neuen Folge von »Nur eine Frage« beantwortet Mau die Frage »Wird die Welt konservativer?« global betrachtet und angesichts der Stärke autoritärer Regime mit einem »Ja«. Auf der Ebene von Werten und politischen Einstellungen sehe es anders aus. Inwiefern dort weiterhin ein Liberalisierungstrend auszumachen sei, auch wenn er ins Stocken geraten ist, erklärt Mau im Podcast.  

     

    Mau betont, die Gesellschaften seien liberaler, als der öffentliche Diskurs es vermuten lässt. Er spricht darüber, warum das verbreitete Bild der Polarisierung »vom Kopf auf die Füße« gestellt werden müsse, weil Polarisierung politisch erzeugt und dadurch der Eindruck einer stark gespaltenen Gesellschaft verstärkt werde.  

     

    Im Gespräch geht es um »eine politische und soziokulturelle Erschöpfung des liberalen Modells«, das schwindende Vertrauen in staatliche Institutionen, um soziale Unsicherheit, die »eingequetschte Mittelschicht« und die Reproduktion bestehender Klassenstrukturen durch das dreigliedrige Bildungssystem. Mau spricht über den Einfluss von sozialen Medien und rechten Influencern auf die politische Sozialisation von Jugendlichen und vor allem jungen Männern und zeigt, wie sich dadurch eine kulturelle Liberalisierung verlangsamt.  

     

    Mit Blick in die Zukunft erwartet Mau eine multipolare Welt, in der die Dominanz des Westens abnimmt. Er sagt: »Die Vorstellung, dass sich die Welt westernisiert oder die Demokratie globalisiert, wird sich so schnell nicht realisieren lassen.« 

     

     Die Folge wurde am 24. August 2026 aufgenommen. Das heißt, kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 

     

    Moderation: Jochen Wegner 
    Redaktion: Sophie Hübner 
    Visuelle Produktion: Michael Pfister   
    Videoproduktion: Lucie Liu, Nele Vogel, Iona Young
    Kamera, Schnitt und Ton: ifbbw
    Visual Director: Malin Schulz
    Photo Director: Tina Ahrens
    Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte
    Animation: Axel Rudolph
    Musik: Konrad Peschmann
    Logo: Lea Dohle 

     

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  • Nur eine Frage

    Ist die deutsche Einheit gelungen, Steffen Mau?

    04-09-2026 | 1 u. 8 Min.
    Der Soziologe Steffen Mau erklärt, was man bei der Wiedervereinigung hätte besser machen können und warum der Osten politisch so anders tickt. 

     

    Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. 

    Ist die deutsche Einheit gelungen? Wenn es um diese Frage geht, gibt es wohl kaum jemanden, der sie besser beantworten kann als unser Gast in der neuen Folge von »Nur eine Frage«. 

    Steffen Mau ist Soziologe, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und seit Oktober 2025 Direktor der Abteilung »Ungleichheit, Transformation und Konflikt« am Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis, die höchstdotierte Forschungsauszeichnung Deutschlands. Seine Bücher über die deutsche Einheit sind Bestseller: 2019 »Lütten Klein – Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft«, 2023 »Triggerpunkte« und 2024 »Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt«. Er kennt die deutsche Einheit nicht nur als Forscher, sondern aus eigener Erfahrung. Geboren wurde er 1968 in Rostock, hat 21 Jahre in der DDR gelebt, war Facharbeiter für Schiffselektronik und Funker bei der Nationalen Volksarmee. Den Tag des Mauerfalls erlebte er beim Wachdienst in seiner Kaserne. 

    Für Steffen Mau ist die Antwort auf diese Frage nicht einfach zu finden. Die Einheit sei politisch-rechtlich gestaltet worden, in Ostdeutschland habe sich eine Demokratie entwickelt, »natürlich mit Rissen, Brüchen und politischen Unwuchten«. Trotzdem gebe es Dinge, die nicht gelungen seien. Er kommt daher zu der Antwort: Jein. Oder einem vorsichtigen Ja – mit großen Schmerzen. 

    Wenn man geglaubt habe, die Einheit sei dann vollendet, wenn es keine grundlegenden Unterschiede mehr gäbe – »weder sozialstrukturell noch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung, noch bei Mentalitäts- und Kulturfragen« –, dann sei das eine falsche Erwartung gewesen, so Mau. »Die Unterschiede zwischen Ost und West sind ossifiziert«, sagt er und erklärt, was er damit genau meint.   

    Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September spricht Mau über die politische Kultur und das Parteiensystem in Ostdeutschland sowie die Ursachen des Erfolgs der AfD und des Rechtsextremismus. Es geht um gesellschaftlichen Unmut, Transformationserfahrungen, wirtschaftliche Unsicherheit und das autoritäre Erbe der DDR. Zugleich betont Mau, dass der Rechtsruck kein ausschließlich ostdeutsches Phänomen ist. Er spricht über die Gründe für die Unterrepräsentation von Ostdeutschen in Spitzenpositionen – was man dagegen hätte tun können und jetzt tun sollte –, über die ökonomische Bilanz der deutschen Einheit, warum er Begriffen wie »Jammer-Ossis« skeptisch gegenübersteht und welche Entwicklungen er für die Zukunft erwartet. 

     

    Moderation: Jochen Wegner 
    Redaktion: Sophie Hübner 
    Visuelle Produktion: Michael Pfister   
    Videoproduktion: Lucie Liu, Nele Vogel, Iona Young
    Kamera, Schnitt und Ton: ifbbw
    Visual Director: Malin Schulz
    Photo Director: Tina Ahrens
    Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte
    Animation: Axel Rudolph
    Musik: Konrad Peschmann
    Logo: Lea Dohle 

     

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„Können Maschinen denken?“, „Ist Demokratie die beste Staatsform?“, „Ist Armut erblich?“. Oder: „Existiere ich wirklich?“ Das sind einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, und auf die eine klare Antwort oft schwer zu finden ist. In dem Podcast „Nur eine Frage“ stellen wir diese vermeintlich simplen „Kinderfragen“ – der bestmöglichen Expertin, dem bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden konnten. Wir haken so lange nach, bis wir eine definitive Antwort bekommen, am besten in Form eines klaren „Ja“ oder „Nein“.
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