Deutschland hat ein Stromproblem. Immer mehr Energie wird aus Wind und
Sonne erzeugt, doch das System dahinter gerät unter Druck: Netze sind
überlastet, Strom wird zu falschen Zeiten produziert oder verbraucht,
und die Kosten für den Ausbau landen am Ende bei den Verbraucherinnen
und Verbrauchern. Was müsste passieren, damit die Energiewende
tatsächlich günstig wird für alle?
Darüber diskutieren wir in der neuen Folge von Ist das eine Blase?, dem
ZEIT-Wirtschaftspodcast über Geld, Macht und Gerechtigkeit. Die Hosts
Zacharias Zacharakis und Jens Tönnesmann gehen gemeinsam mit
ZEIT-Redakteur Marc Widmann der Frage nach, warum Deutschlands
Stromsystem als chaotisch gilt. Weshalb digitale Stromzähler plötzlich
zum politischen Streitthema werden. Und warum viele Experten glauben,
dass nicht ein mangelndes Angebot an Strom das Problem ist, sondern das
System dahinter.
Zu Gast ist Philipp Schröder, Gründer und CEO des Energieanbieters
1komma5°. Der 42-Jährige ist einer der lautstärksten Befürworter eines
digitalisierten Energiesystems. Schröder rechnet mit der deutschen
Strompolitik ab – ungewöhnlich scharf für einen deutschen Manager. Die
heutigen Verteilnetze nennt er ein „130 Jahre altes teilstaatliches
Oligopol“, bei dem die Kosten am Ende bei allen Stromkunden landeten.
Sein Vorwurf: Deutschland halte an einem ineffizienten System fest,
obwohl die technischen Lösungen längst existierten.
Und er wird noch grundsätzlicher: „Der echte Strompreis liegt bei sieben
Cent“, sagt Schröder. Teuer werde Strom erst durch Abgaben, Umlagen und
Netzentgelte. Seine zentrale These: Die Energiewende könnte viel
günstiger sein, wenn Deutschland Verbrauch und Erzeugung besser
synchronisieren würde – etwa durch intelligente Stromzähler, die Smart
Meter. Dass Deutschland beim Ausbau so weit hinterherhinkt, sei »teuer
und dumm«. Andere Länder hätten ihre Stromnetze längst digitalisiert,
während hierzulande noch immer »jemand einmal im Jahr den Zähler
abliest«. Nur wenn Stromverbrauch und Stromerzeugung endlich intelligent
miteinander verbunden würden, könnten die Kosten sinken.
Warum aber ist Schröder dafür, die Einspeisevergütung abzuschaffen,
obwohl seine Kunden davon profitieren, wenn sie bei ihm neue
Solaranlagen kaufen? Hat er vielleicht einen Hintergedanken, wenn er die
digitale Plattform seines Unternehmens anderen Versorgern kostenlos und
lizenzfrei zur Verfügung stellt? Und warum engagiert er sich nicht
selbst in Politik, wenn er so viel an ihr auszusetzen hat? Auch darum
geht es in der neuen Folge.
Ist das eine Blase? ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle zwei
Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens Tönnesmann und
Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält:
Geld, Macht und Gerechtigkeit.
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